Große Veränderungen

Wer mich etwas länger kennt, der weiß, dass ich aufgrund häuslicher Gegebenheiten derzeit zwischen unserer Wohnung in Porta Westfalica, dem elterlichen Hof mit Pferden in Petershagen Heimsen und den verschiedenen Regionen meiner Kundschaft pendele. Das lief so auch eine ganze Weile gut, bis Corona kam und mir zeigte, wie schnell es mit der Selbstständigkeit bergab geht, wenn man sich nicht zu helfen weiß und Alternativen findet.

 

Die Alternative gestaltet sich für mich in der vermehrten Aufnahme von Trainingspferden auf dem eigenen Hof, sodass ein bis maximal drei Berittpferde zeitgleich über einen bestimmten Zeitraum bei uns einziehen können. Den mobilen Unterricht und Kurse werde ich natürlich weiterhin anbieten, wenn auch etwas vermindert. So kann ich unabhängig der Corona-Maßnahmen fortwährend sicher arbeiten und Menschen mit Ihren Pferden tolle Ausbildungsangebote bieten.

 

Des Weiteren möchten wir uns der Zucht, dem Verkauf und der Ausbildung unserer Nachzucht von Welsh und Reitponys vertieft widmen. Mit drei tollen Zuchtstuten haben wir die Möglichkeit, liebe und gesunde Kinderponys zum Verkauf zu stellen. Für nächstes Jahr erwarten wir hoffentlich zwei Welsh B, sowie ein Reitponyfohlen.

 

Die Anforderungen an einen Hof mit Stall sind dementsprechend hoch. Es muss etwas her, das zeitig bewohnbar ist und bei dem wir eine kleine Pferdeanlage entsprechend gestalten können. Wir suchten nach Resthöfen, besichtigten potenzielle Anlagen und kamen schnell an Dinge des unmöglichen. Gerade das Thema Finanzierung machte uns einen Strich durch die Rechnung, da meine Zahlen durch die mangelnden Einnahmen in Folge der Corona-Maßnahmen schlecht aussehen. Nebenbei ist man als Selbstständiger ein sehr ungeliebter Gast bei den Banken. Wenn dann ein geeignetes Objekt dabei war, musste im Bereich Wohnung und Pferd komplett saniert werden, sodass wir sehr lange hätten weiter pendeln müssen, denn weder wir noch die Pferde hätten in absehbarer Zeit einziehen können.

 

Meine Freundin, die als Bauplanerin arbeitet, brachte uns dann auf eine Lösung, die es zusammen mit der Familie zu besprechen galt. Herausgekommen ist, dass wir nun in Heimsen das Haus meiner Eltern übernehmen und zunächst etwas renovieren. In Folge dessen möchten wir die komplette Stallanlage modernisieren und erweitern und damit meine Arbeitsgrundlage schaffen. Diese Arbeiten werden wir komplett in Eigenleistung angehen und haben damit eine Menge vor uns. Davor haben wir noch viele bürokratische Hürden zu meistern – angefangen mit der Baugenehmigung. Ob unsere Ideen so überhaupt umsetzbar sind, werden wir sehen.

 

Bereits im September werden wir unseren Sitz nach Petershagen Heimsen verlagern und dann sehen, wie schnell der Winter kommt und was wir bis dahin schaffen, beziehungsweise, was bis dahin genehmigt worden ist. Aber auch im Winter wird es genug zu tun geben, ehe es mit dem Ausbau im Frühjahr nächstes Jahr wieder weiter gehen soll.

 

Dieser neue Lebensabschnitt wird mir sehr viel abverlangen, da ich - anders als ein Angestellter - nicht einfach 30 Tage im Jahr frei machen kann, um in besonders aufwendigen Zeiten alles vor Ort zu regeln. Wenn ich nicht arbeite, verdiene ich auch kein Geld - so einfach ist das (leider). Mit eigenem Haus, Baustelle, Pferden und Arbeit werde ich deshalb vieles zeitlich neben oder während der Arbeit regeln müssen, Termine spontan umlegen oder nur sehr kurzfristig planen können.

 

Ich hoffe deshalb sehr auf Euer Verständnis für mein vermehrt klingelndes Handy während des Unterrichts, mein (ungewohntes) zu spät kommen und erforderliche Spontanität von Eurer Seite. Ich werde versuchen, dies alles vernünftig zu organisieren, was aber bestimmt des Öfteren an seine Grenzen kommen wird. Damit nutze ich den einen wenigen Vorteil der Selbstständigkeit: Flexibel zu sein.

 

Alle Touren, die ich derzeit fahre, bleiben bestehen – ihr könnt unbesorgt sein! Wenn sich etwas ändert, werde ich auf Euch zu kommen. Auch den Platz für Pony-Berittpferde wird es weiterhin geben. Derzeit ist ab August wieder etwas frei.

 

Wenn irgendwann alles fertig ist, freue ich mich schon, ein großes Eröffnungsfest zu feiern und Euch dann auf unseren Hof einzuladen! Bis dahin liegt aber noch eine Menge vor uns und viele Dinge, die wir in nächster Zeit regeln müssen. Trotzdem freuen wir uns auf einen neuen Lebensabschnitt und den Wind der Veränderungen.